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Powermetal.de
Wahrscheinlich tue ich dieser jungen Band keinen großen Gefallen, wenn ich
sie mit einer übermächtigen Gruppe wie OPETH vergleiche, aber aufgrund der allerorts anzutreffenden musikalischen Parallelen sehe ich mich
einfach dazu gezwungen, DEVIATED PRESENCE mit Akerfeld und Co. zu vergleichen.
Da wären zum einen die progressiven Parts, welche das Gesamtbild des ersten
vollständigen Releases "Falls`s Passage" von der ersten bis zur
letzten Minute prägen und den allgemeinen Anspruch an die Musik von DEVIATED
PRESENCE auf ein sehr hohes Level bringen. Oder aber die melancholischen, in
diesem Falle beinahe schon epischen Passagen, die sehr stark an die letzten
Alben von OPETH erinnern und teilweise gar für eine recht entspannte Atmosphäre
sorgen. Zu guter Letzt finden sich auf "Fall`s Passage" dann auch noch
einige aggresivere Stellen, die aber bei weitem nicht so ausgeprägt vertreten
sind, wie die eher ruhigeren Momente.
Der letzte unumgängliche Vergleich ist schließlich der Gesang, der teilweise
echt unter die Haut geht, andererseits aber in den härteren Passagen ein wenig
Ausdruck vermissen lässt, was den gesamteindruck aber nur wenig schmälern
soll. Wo liegt also im Endeffekt der große Unterschied zu OPETH? Tja, diese
Frage lässt sich ganz einfach beantworten: die Schweden schreiben eindeutig die
besseren weil ausgereifteren Songs, lassen die Breaks viel treffender ineinander
fließen, schaffen es Melancholie, Melodie und Heavyness zu einer Einheit
verschmelzen zu lassen und haben in Mikael Akerfeld einen Frontmann, dessen
Charisma in der gesamten Metal-Szene einzigartig und unübertroffen ist.
Bevor diese Rezension falsch interpretiert wird: "Fall`s Passage" ist
ein wirklich gutes, wenn auch nicht überragendes Album, dass sowohl technisch
als auch über weite Strecken musikalisch jeden Anhänger dieser Musik zufrieden
stellen sollte, nur haben sich hier und da einige Längen eingschlichen wie z.B.
bei den überlangen Kompositionen `The Mist' und `Return', die man trotz toller
Ansätze nicht vollständig kompensieren kann.
Aber auf jeden Fall kann ich DEVIATED PRESENCE schon zu diesem Zeitpunkt
attestieren, dass sie auf dem richtigen Weg sind und trotz des übermächtigen
Schattens besagter schwedischer Kapelle ein hörenswertes Album am Start haben,
dass spätestens beim Cover der 80er-Pop-Schmonzette `The Riddle' den Spaßfaktor
in die Höhe schrauben sollte.
Anspieltipps: Awakening, Meaning Of Loss, The Riddle
Björn Backes
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