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Legacy

(Printmagazin)
Deviated Presence "Fall's Passage"

Hut ab vor so viel Mut! Auf das Debüt einer Bochumer Death Metal-Band drei Stücke über sieben, zwei über acht und zwei gar hart an der Zehn-Minuten-Grenze zu packen, fordert schon mal absolut meinen Respekt heraus! In Zeiten, in denen gnadenloseste Kommerzkacke selbst vor einstmals sich als Untergrund verstehenden Labeln und Strukturen nicht mehr halt macht, bedeutet für mich eine solche Entscheidung, dass es den vier Jungs ausschließlich um ihre ureigenste Musik geht - und sonst um nix! Ein Blick ins Booklet und auf die Bandseite www.deviated-presence.de macht denn auch gleich einen herausragenden Einfluss deutlich, der bei den Stichworten "Death Metal", "experimentell" und "lange Songs" nicht fehlen darf - klar, Opeth, und Sänger/Gitarrist Felix Gebhart hat anscheinend eine kleine Sammlung alleine an Shirts der Akerfeldt-Combo. Die typischen Merkmale dieser fantastischen Band, vor allem die Laut-Leise-Dynamik, der Variantenreichtum in den Songstrukturen und die verschieden ausgeprägten Gesangsfacetten, finden sich auf "Fall's Passage" reichlich wieder, gepaart mit teils schon fast schwermütig wirkenden Strukturen, die neben dem teils heftigen Geboller (man höre sich nur mal den Übergang vom Outro zu 'Awakening' zum Intro von 'The Mist' an) umso deutlicher und exponierter zur Geltung kommen. 
Einen Fehler machen Deviated Presence allerdings noch, den man auf einem Debüt allerdings stets verzeihen sollte: sie packen noch zu viel in die Songs, die dadurch etwas unorganisch, gewollt verkünstelt wirken, was aber auch der Spielfreude und den doch beachtlichen instrumentellen Fähigkeiten von Frank Pirnay (b), Hartmut Stoof (noch an den Drums - wegen Zeitmangels sucht die Band allerdings mittelfristig Ersatz - wer also in Herne (dort Proberaum) und Umgebung zu Hause ist - melden!!), Hubert Popiolek (git/voc) und eben besagtem Felix Gebhart liegen dürfte - manchmal geht einem eben einfach die blanke Musiksau durch - wat mutt, dat mutt! Wohin die Reise von Deviated Presence geht dürfte nach meinem Kenntnisstand leider allzu klar sein: wie die ähnlich gelagerten Gathering Of Obscurity (Grüße an Volker und Co.!) und vor allem auch Fatered (Grüße auch an Kaktus, Beigel, Biggi, Steffen und Jan!) werden sie auf ewig ein feiner Tipp im Untergrund bleiben - und das ist gut so: so eine intensive, emotionale, feinfühlige Musik hat vor einem Haufen Deppen wahrlich den Status Perlen vor die Säue! Die Scheibe ist für 8,- Euro (inkl. P&V) unter der o.g. Internetseite bestellbar. 

(MG) 12/15 Punkte

erschienen: Legacy 2/2004, April/Mai, Nummer 30

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