Deviated Presence
Deviated Presence Deviated Presence
 
 

Home
Info
Musik
Live
Reviews
Shop
Pics
Gästebuch

Links
Kontakt

Deviated Newsletter



English
 

<zurück>

Metalius.de:


Ganz tief aus dem Westen kommen DEVIATED PRESENCE und Deutsch Rock-Gebildete erahnen aufgrund dieser Formulierung schon, dass die Jungs aus der Stadt des Bundesliga-Absteigers Bochum stammen. Doch mit deutschen Sangeskünsten haben die Jungs genauso wenig am Hut wie der VFL mit hochklassigem Champions League-Fußball! Vielmehr bieten sie auf ihrem zweiten Longplayer „Eerie Sphere“ einen Mix aus griffigem Death Metal, rasenden Thrash-Elementen und einer Prise Schwarzmetall. Die Kompositionen wie das eröffnende „Hostile (Eerie sphere pt. 1)“ oder auch das sehr epische „Hope“ sind sehr komplex sowie abwechslungsreich und vermischen auf angenehme Weise progressive Songideen mit technisch durchaus ansprechender Raserei. Auffällig (und offenbar auch gar nicht so unbeabsichtigt, nimmt man mal die Danksagung an Opeth sowie die Grüße an die Leipziger Sangesbrüder von den Dark Suns als Fingerzeig) sind da die vielfältigen Parallelen zu eben jenen Opeth, denn in fast jedem Song finden sich Melodiebögen und Gitarrenlinien, die so oder in ähnlicher Form auch auf einem Longplayer der Schweden anzutreffen sein könnten (oder sogar sind...). Dennoch kupfern Deviated Presence nicht einfach nur platt ab, sondern schlagen einen eigenen Weg ein, integrieren durchaus gekonnt ausgefeilte schwarzmetallische Hymnen und kombinieren dies mit progressiven Arrangements sowie technisch durchaus anspruchsvollem instrumentellen Handwerk.

Sehr geschickt variieren die Herren aus dem Ruhrgebiet mit eingängigen Hooks, abrupten Breaks sowie einem ständigen Wechsel zwischen gekeiften Passagen sowie cleanen Vocals – letztere klingen für meinen Geschmack allerdings streckenweise ein wenig zu dünn, zumindest bei einige Chorus-Passagen, so wie hier und da auch beinahe etwas leiernd schief, dies vermindert die musikalische Qualität der Songs jedoch ebenso wenig schwerwiegend wie der Einsatz eines elektronischen Drummers. Leider steht die Band momentan ohne Schlagzeuger da, vielleicht findet sich ja auf diesem Weg noch ein neues Trommler-Talent?! Am Ende der immerhin 75 Minuten Spielzeit (!) steht jedenfalls ein positives Fazit, selbst wenn speziell die cleanen Vocals vielleicht noch ein wenig trainingsbedürftig sind. Aber es ist nun mal noch kein Meister von Himmel gefallen und nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Oder, um vom runden Leder wieder zurück zur Musik zu kommen: Der eingeschlagene Weg ist auf jeden Fall der richtige, auch beherrschen die (momentan leider nur) drei Musiker von Deviated Presence ihr Handwerk. Und mit ein bisschen mehr Routine und einem anständigen Trommler hinter der Schießbude sollte den Bochumern der Weg ins obere Drittel der Metal-Tabelle nicht langfristig verwehrt bleiben!

Andreas Neitzel
andreas.neitzel@metalius.de

7,5 von 10 Punkten

<zurück>