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Blooddawn.de (4/5 pts.)
Dass ich sowas noch erleben darf – eine Promo mit einer Spielzeit von 75 Minuten, die Jungs
von DEVIATED PRESENCE haben sich da echt ins Zeug gelegt, um kein Byte des Rohlings unbenutzt
zu lassen. Aber wer ist das eigentlich, DEVIATED PRESENCE?? Das Deutsche Trio existiert seit
2001 und besteht aus einem Gitarrist und Sänger (Felix), einem Bassist (Frank) und einem
weiteren Gitarrist und Sänger (Hubert), die Drums kommen komplett aus der Dose (oder sollte
ich sagen: von Angelo Sasso?). Nach dem Debüt aus dem Jahre 2004 steht nun das zweite
Album der Band an.
Es ist nicht zu überhören (oder zu übersehen, wenn man sich die Länge der Songs anschaut),
dass die drei Bochumer von niemand geringerem als OPETH beeinflusst wurden, und so klingt
auch die Musik sehr ähnlich; die Band von Mikael Åkerfeldt und Co. steht auch ganz oben auf
der Dankesliste. Grunts und cleane Vocals geben sich die Hand, und Gitarrenmelodien werden
wir groß geschrieben. Es ist eben auch diese Vielfalt, die die Musik ausmacht, mal sind
Blast Beats zu hören, dann wieder groovige Passagen, oder gänzlich akustische. Offiziell
wird von Black-Death-Thrash-Power-Prog-Metal gesprochen, klar, dass sehr viele Einflüsse
das Gerüst für die Songs von DEVIATED PRESENCE bilden. Und genau dieser rote Faden zieht
sich durch die komplette Spielzeit. Klar, "Hostile" und "Hope" sind aufgrund ihrer langen Spielzeit prädestiniert für OPETH-Anleihen, doch auch die anderen Songs sind durchaus artverwandt. Zwar geht es bei "Failure" oder "Storm" beispielsweise straighter und schneller zu, aber immer wieder werden Grovve-Passagen eingestreut oder sogar komplett akustische (extreme Gegensätze in "Hope"), teils mit klarem Gesang. Das interessante an "Rest" ist die Tatsache, dass dieser Song komplett akustisch ist, bzw. gänzlich ohne Extreme (Blast Beats, Grunts) auskommt und überwiegend ruhig ist; eigentlich passt dieses stille Stück gar nicht so gut ins Gefüge der CD, aber irgendwie ändert sich dieser Eindruck es mit zunehmender Dauer… Bei "Cirlces" geht es aber wieder gewohnt extrem weiter, ebenso wie bei "Chaos", indem der Sänger zeitweise etwas klingt wie Abbath von IMMORTAL. Es gibt übrigens auch einen Hidden Track auf der CD, ein Pianostück, das mit sehr (unerwartet) viel Gefühl gesungen wird, und die klare Stimme, die vorher immer etwas zitternd wirkte, läuft hier am Ende zu Höchstleistungen auf!
Es ist schon bemerkenswert, wie viel Ähnlichkeit und doch Eigenständigkeit hier aufgeboten
wird, und wenn DEVIATED PRESENCE so weitermachen, müssen sich die Jungs von OPETH über
kurz oder lang ganz schon warm anziehen…
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